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Mit seinem neuen Solo-Pianoalbum "Perception of Time", das Anfang 2027 erscheinen wird, setzt der schwedische Pianist Martin Tingvall seine sehr persönliche musikalische Reise fort – und bewegt sich dabei noch stärker in Richtung eines zeitgenössischen neoklassischen Ausdrucks. “. Sein unverwechselbaren, nordisch geprägter Sound zwischen Neo-Klassik und Jazz – erzeugt ein Klangbild, das ihn in eine Reihe mit Nils Frahm, Max Richter und Ólafur Arnalds rückt.
Als einer der bekanntesten Jazzpianisten Europas hat Tingvall über viele Jahre hinweg ein internationales Publikum weit über traditionelle Genregrenzen hinaus aufgebaut. Verwurzelt in einem unverkennbar skandinavischen Klangbild voller Melodie, Atmosphäre und Weite, wurde er von Kritiker:innen auch als „der Edvard Grieg des Jazz“ bezeichnet. Er spielt gleichermaßen selbstverständlich in intimen Jazzclubs, Kirchen und großen Philharmonien – ein Ausdruck einer musikalischen Sprache, die weniger einem bestimmten Genre folgt als vielmehr einem unverwechselbaren Klang und einer besonderen emotionalen Tiefe. Die Musik auf "Perception of Time" ist auf das Wesentliche reduziert: einfache Harmonien, ruhige Bewegungen und subtile emotionale Verschiebungen, ohne dabei jemals simpel zu wirken. Das Album fängt jene seltenen Momente der Stille ein, die sich zu bestimmten Tageszeiten einstellen können – wie in der Atmosphäre von „Very Early“ oder „Very Late“. Gleichzeitig trägt das Album feine Anklänge an die große europäische Klaviertradition in sich und berührt stellenweise kontrapunktische und fugenartige Formen, bleibt dabei aber immer unverkennbar Tingvall – in Klang und Sensibilität. Interessanterweise spricht gerade dieser neoklassische Ansatz oft Menschen an, die sonst wenig klassische Musik hören.
Doch "Perception of Time" ist nicht nur ein Album über Ruhe und Kontemplation. Es ist auch ein Album, das von unserer Gegenwart geprägt ist. In Stücken wie „Orphans“, das Kindern gewidmet ist, die durch Kriege weltweit ihre Familien verloren haben, reflektiert Tingvall die Fragilität und Unsicherheit unserer politischen Zeit. Martin Tingvall schafft einen musikalischen Raum für Reflexion – ein ruhiges, aber emotional kraftvolles Konzerterlebnis für ein Publikum, das in unruhigen Zeiten nach Tiefe, Nähe und Resonanz sucht. Eine poetische Klangreise zwischen Dunkelheit und Aufbruch, Hoffnung und Stille.